Single Source of Truth – Utopie oder machbare Realität?
Der Begriff „Single Source of Truth“ (SSOT) ist in vielen Unternehmen ein zentrales Zielbild der digitalen Transformation.
Doch in der Praxis stellt sich die Frage:
Ist SSOT wirklich erreichbar – oder nur eine Utopie?
Die Utopie
Häufig wird SSOT als idealer Zustand verstanden:
- Ein System für alle Daten
- Keine Redundanzen
- Vollständige und perfekte Datenkonsistenz
Dieses Zielbild ist theoretisch attraktiv, in der Realität jedoch kaum umsetzbar.
Moderne IT-Landschaften bestehen aus verschiedenen Systemen, Anwendungen und Schnittstellen – vollständige Zentralisierung ist daher selten sinnvoll oder möglich.
Die Realität: Ein pragmatischer Ansatz
Ein funktionierender SSOT-Ansatz basiert nicht auf einem einzigen System, sondern auf klarer Data Governance:
- Eine führende Datenquelle je Datenart
- Klare Rollen und Verantwortlichkeiten
- Definierte Regeln und Prozesse
- Transparente und stabile Schnittstellen
Das Ziel ist nicht perfekte Datenreinheit, sondern:
Reduktion von Mehrdeutigkeit und Sicherstellung konsistenter Entscheidungen
SSOT ist kein IT-Projekt
Ein häufiger Irrtum ist die Annahme, SSOT sei ein rein technisches Thema.
Tatsächlich handelt es sich um eine organisatorische Herausforderung:
SSOT ist ein Governance-Prinzip – keine Softwarelösung
Ohne klare Verantwortlichkeiten und Regeln entstehen selbst in modernen Systemlandschaften redundante und widersprüchliche Daten.
Fazit
Single Source of Truth ist keine Utopie – aber auch kein perfekter Zustand.
Es ist ein pragmatischer Ansatz, um:
- Datenstrukturen zu vereinfachen
- Verantwortlichkeiten zu klären
- Transparenz und Verlässlichkeit zu erhöhen
Der Fokus sollte nicht auf Perfektion liegen, sondern auf:
Klarheit, Struktur und Vertrauen in die Daten
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